Heimat und Gartenbauverein Hille e.V.

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Ziel: Lebendiges Museum, vielfältige Kulturveranstaltungen, Informationen zum Gartenbau
Gründung: 1939 als Obst- und Gartenbauvereinfusioniert 2002 mit dem Heimatverein
Mitglieder: 184
1. Vorsitzende: Friedrich Krüger
Web: http://www.altebrennereihille.de/heimat-und-gartenbauverein/
Mail: info@AlteBrennereiHille.de

Mittellandkanal und Weser können nichts für Hiller Wetter -

Föst über die Wetterkapriolen der letzten 2 Jahre und Phänomene am Wiehengebirge

Friedrich Föst ist Diplom-Meteorologe, arbeitet für die Berliner Wettermanufaktur und beobachtet von seinem Büro in Lübbecke das Wetter. Der Heimat- und Gartenbauverein Hille lud den Wetterfrosch am 11. März zu einem Vortrag ein, um über die Wetterphänomene rund um das Wiehengebirge zu berichten. Vorsitzender Friedrich Krüger begrüßte rund 20 Zuhörer in der Alten Brennerei, denn „über Wetter“ wird (bis zur Corona-Krise) immer geredet.

Föst machte zu Beginn seiner unterhaltsamen Ausführungen deutlich, dass er seit frühester Kindheit für seinen Beruf vorgeprägt wurde.

Als Baby war er sehr quengelig und wurde oft von seiner Mutter im Kinderwagen mit offenen Verdeck auf der Terrasse gestellt. Stundenlang habe er so in Babyjahren die Wolken angeschaut. Später als Schüler erhielt ein Thermometer und schrieb das Wetter auf. Vom Nordhang des Wiehengebirges konnte er mit Blick nach Nordwesten die aufziehende Wolken vom Dümmer bis zum Steinhuder Meer sehen, so faszinierten ihn Graupelschauer über Hille. Es ärgerte ihn, dass in Lübbecke keine Graupelkörner und bei Gewitter im Sommer nur „3 Tropfen“ Regen fielen.

Sein Studium begann er an der Freien Universität in Berlin, weil es dort einen Studiengang Wettervorhersage gab. Mit anderen (Zitat) wetterverrückten Leuten, die er im Studium getroffen habe, fuhren sie dem Wetter hinterher, um z. B. in den USA Tornados zu jagen. 

Sein Arbeitgeber ist in Berlin-Tempelhof ansässig. Seine sechs meteorologischen Kollegen sitzen in einem Büro im Obergeschoss, natürlich mit Fensterfront nach Westen. Föst arbeitet regulär ca. 400 km weiter westlich im Homeoffice in Lübbecke. Dabei verfolgt er die Wetterdaten auf drei Bildschirmen und wirft immer wieder einen Blick nach draußen über die norddeutsche Tiefebene.

Wer braucht alles Wettervorhersagen?

In den vergangenen Monaten wurden schwerpunktmäßig Winterdienste wie Autobahn- und Straßenmeistereien der Kommunen bedient. Im Frühjahr und Sommer sind Landwirte vom Wetter abhängig und ständig die Bauwirtschaft, Energieversorger, Medien, Versicherungen, Freizeitbereich, Luft- und Schifffahrt sowie der Schienenverkehr. Der Referent erinnerte an den früheren Slogan „Alle reden vom Wetter, wir nicht!“ der Deutschen Bahn und sorgte für Lacher beim Publikum, die dabei an Zugausfälle durch Stürme und Schneefall sowie defekte Klimaanlagen dachten.

Jahrhundertsommer in 2018 und 2019

2016 und 2017 waren verregnete Sommer. April und Mai 2018 waren die wärmsten Monate, seitdem es Wetteraufzeichnung gibt, und der Beginn eines sehr trockenen Sommers. Fotos des Weserwasserstandes in Minden vom Februar 2018 und Oktober 2018 machten die Veränderung sehr deutlich. 

Das Hoch Vera brachte 2019 den zweiten Jahrhundertsommer in Folge mit viel Sonnenschein und neuer Dürre. Der Mais vertrocknete teilweise und Bäume verloren schon Anfang August vielfach ihre Blätter.

Die Winterstürme Sabine, Victoria und Yulia hatten zwar nur Windgeschwindigkeiten von 90 bis 100 km/h, weil aber die Bäume vorgeschädigt sind, machten sie dort weiter von Orkan Friederike aufgehört habe und verursachten großen Schaden in den Wälder, so der Experte.

Das derzeitige Standwetter mit Island-Tief und Azoren Hoch sorgt für Westwind vom Atlantik mit 15 bis 16 Grad Celsius und bescherte uns einen milden Winter. Von Dezember 2019 bis Februar 2020 war es viel wärmer als normal. So blühten vor Weihnachten in Föst´s Garten. Der Februar war der wärmste und nasseste seit 130 Jahren. 

„Obwohl es zuletzt viel geregnet hat, ist es immer noch zu wenig“ sagte Föst, dabei berief er sich auf den Dürreindex der Helmholtz Umweltforschung vom 8. März 2020 (gemessen wird in 1,8 m Bodentiefe).

Ist der Mittellandkanal eine Wetterscheide?

Diese Frage konnte der Wissenschaftler eindeutig verneinen, salopp gesagt, gab es Wetter schon vor dem Bau des Kanal vor gut 105 Jahren. Aber Flüsse haben keinen Einfluss, abgesehen von höherer Nebelneigung.

Dagegen stellt das Wiehengebirge das erste Hindernis da und sorgt für höhere Niederschlagsmengen im südlichen Kreisgebiet (ca. 700 bis 800 l/m²) verglichen mit dem Nordkreis von ca. 650 l/m².

Zudem gibt es nicht nur Föhn in den Alpen, sondern auch bei uns am Wiehengebirge, bei dem warmer Fallwind am nördlichen Berghang heruntergleitet. Die Föhnwolken – auch Föhnfische genannt - sehen wie Wellen aus. 

Unwettervorboten sind s. g. „Kuheuterwolken“, sie kündigen starke Gewitter an. Dabei können Fallböen mit Orkanstärke (140 – 150 km/h) entstehen, die selbst alte Hofeichen entwurzeln und komplette Maisfelder platt machen können. Dem Meteorologen ist aufgefallen, dass die Gewitter zwei Lieblingsbahnen haben. Zum einen ziehen sie vom Ruhrgebiet über Osnabrück über den Nordwesten des Mühlenkreises oder sie kommen von Bielefeld über Bad Oeynhausen und den östlichen Kreis. „Hille sitzt quasi zwischen den Stühlen und wir oft von Gewittern verschont“ so Föst.

Zum Schluss beantwortete der Lübbecker noch Zuhörerfragen (Zusammenhang von Kopfschmerzen und dem Wetter? Wie wird der Sommer? Machen Flugzeuge Wetter?) und machte eine Wettervorhersage Regen in der Nacht, Sonnenschein mit Sturmgefahr und frühlingshaftes Wetter mit zweistelligen Temperaturen am Wochenende. Und wie wurde das Wetter der nächsten Tage? Es stimmte mit der Vorhersage überein!

Obstbaumschnittkurs mit Michael Krudup am 15. Februar

"Schnipp schnapp, Äste ab" hieß es am 15. Februar in einem Hiller Garten. Über 20 Gartenfreunde ließen sich im richtigen Umgang mit Astschere und Säge vom Fachmann informieren. Welche Fruchttriebe sollen wachsen? Welche Wassertriebe sollen entfernt werden? - damit der Obstbaum im Herbst einen guten Ertrag bringt. Was sich anfänglich vielleicht kompliziert anhört, wurde dem aufmerksamen Zuhörer schnell an verschiedenen Bäumen klar.

historischer Dorfrundgang am 27.12.19

Wegen der großen Resonanz wurden die Teilnehmern in zwei Gruppen aufgeteilt. Dann führten Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Hucke und Hermann Böhne vom Heimatverein die Spaziergänger durch den Dorfkern und erzählten aus dem Nähkästchen. Alte Fotos machten die Veränderungen der letzten Jahrzehnte deutlich. Beim Stippgrützeessen im Kesselhaus oder am Glühweinstand vor dem Museum fanden im Anschluss noch viele längere interessante Gespräche statt.

Waldweihnachtsmarktbesuch in Velen

Mit dem Heimatverein unterwegs - am 14. Dezember besuchten ca. 30 Vereinsmitglieder und -freunde den märchenhaften Weihnachtsmarkt des Landgutes Krumme einige Kilometer im westlichen Münsterland. Liebevoll geschmückte Holzhütten säumen die Wege des zum Gut gehörenden Waldstückes.

Hiller Weihnachtsmarkt

In Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein Hiller Land und vielen örtlichen Vereinen veranstalteten wir am 7. Dezember wieder einen kleinen und feinen Markt an der Alten Brennerei. Auf der Bühne präsentierten die Kindergartenkinder und der Musikzug Viktoria ihr musikalisches Können. Der Nikolaus mit zwei Engeln beschenkte die Kinder und zwei Drehorgelspieler sorgten für aussergewöhnliche Klänge.

Hören Sie doch, bunt und abwechslungsreich!

Mit dem Programm "Polychrom - Hören Sie doch, bunt und abwechslungsreich!" inszenierte die Mindener Lesebühne am 8. November 2019 eine spezielle und abwechselungsreiche Lesung. Vor etwas mehr als 15 Jahren haben sich Autoren aus der Region zusammengeschlossen, um miteinander in unterschiedlichen Konstellationen aufzutreten. Das Programm "Polychrom" war ebenso bunt wie die Geschichte der Mindener Lesebühne.

Saft aus eigenen Äpfeln gepresst

2,27 Tonnen Äpfel wurden am 13. Oktober vom Uchter Saftmobil zu fast 1.400 Liter Saft gepresst und in 5-Liter-Gebinden (252 Stück) bzw. 44 mal zu je 3 Liter abgefüllt und von den 24 Lieferanten direkt wieder mit nach Hause genommen. Zum Schluss wurden auch einige Birnen und Quitten verarbeitet.

In diesem Jahr gab es eine etwas unterdurchschnittliche Ernte, der Grund ist nach Angaben der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen das gute Apfeljahr 2018 gewesen. Denn nach besonders ertragreichen Jahren folgt meist ein Jahr ohne besonders gute Ernte. Alternanz wird dieser zweijährige Rhythmus von den Fachleuten genannt. Zusätzlich machten die Trockenheit und die Hitze in diesem Sommer den Äpfeln zu schaffen.

Der Heimat- und Gartenbauverein Hille und das Team vom Saftmobil aus Uchte waren dennoch mit dem Aktionstag zufrieden und freuten sich über einen entspannteren Sonntagnachmittag.

Ausflug des Heimat- und Gartenbauvereins

Der Erlebnispark von Emsflower in Emsbüren bei Schüttorf an der A31 war das Ziel des Heimat- und Gartenbauvereins Hille am 14. September 2019. Ein Rundgang bot der Reisegruppe interessante Einblicke hinter die Kulissen von Europas größter Beetpflanzengärtnerei. Eine Fläche von ca. 88 Hektar ist unter Glas. Über 300 Millionen Balkon- und Beetpflanzen sowie Gemüse verlassen jedes Jahr die Gewächshäuser! Produziert wird auf Vorbestellung und für große Kunden wie Baumarktketten und Discounter. Während einer Besichtigung erhielten die Hiller Gartenfreund Informationen von den automatisierten Produktionsabläufen, die eine solche Menge an produzierten Pflanzen erst möglich machen und als wegweisend in der Branche gelten. Zukunftsorientiert sind auch die neuen Methoden beim Salat- und Tomatenanbau. Im Schaugewächshaus gedeihen auch verschiedene neue Sorten von Schnittblumen, deren Attraktivität bei den Endkunden durch die Verkaufszahlen im benachbarten XXL-Gartencenter beobachtet wird. Für Abwechselung sorgte ein Gang durch das Schmetterlingshaus mit über 1.000 freifliegenden Schmetterlingen und Tropenhaus mit Kakteen und alten Olivenbäumen sowie Papageien, Erdmännchen und Affen.

Auf der Rückfahrt nutzen die Teilnehmer das sonnige Spätsommerwetter, um eine Kaffeepause unterhalb dem Schloss Iburg einzulegen und einen kleine Spaziergang um den Charlottensee zu machen, wo im letzten Jahr die niedersächsische Landesgartenschau stattfand. 

Nanu, Kevin allein zu Haus? Am 8. Juli stand der jüngere, mit einem Metallring unten links gekennzeichnete Jungstorch ganz alleine auf dem Nest. 

Schüler übten Torfstich im Hiller Moor

Sie kamen zu Fuß aus Hille bzw. mit dem Fahrrad oder dem Bus aus Nettelstedt und Gehlenbeck in das Große Torfmoor zum Geestmoordamm, wo Hermann Böhne und Helmut Möller den Schülern der 3. Klasse die schwere Arbeit des Torfstechens näherbrachten und aus ihrer Jugend von der Arbeit im Moor berichteten. 

Bevor mit dem Torfstechen begonnen werden konnte, musste das Wasser aus der Kuhle gepumpt bzw. geschöpft werden. Anschließend durfte jedes Kind selbst in die Kuhle steigen und ein Stück Torf stechen. Die Torfsoden wurden anschließend zum Trocknen aufgeschichtet. 

Anders als früher, konnten Torfmesser und Spaten nach kurzer Zeit zur Seite gelegt, die Holzschuhe ausgezogen werden und eine Pause an der Strohmatte gemacht werden.

Der s. g. Probetorfstich fand am 24. und 25. Juni mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises durch Mitglieder des Heimat- und Gartenbauvereines Hille statt.

Mit Großgerät zur Storchenberingung
Am 25. Mai 2019 wurden die beiden Jungstörche im Nest auf dem Schornstein der Alten Brennerei in Hille beringt. Die erforderliche Leiter stellte wie in der Vergangenheit die Werkfeuerwehr von Siegfried PharmaChemikalien aus Minden zur Verfügung.
Storchenvater Alfons Rolf Bense vom Aktionskomitee “Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke” brachte die Ringe der Vogelwarte Helgoland an. Der größere Jungstorch erhielt einen ELSA-Ring (schwarzer Kunststoff mit weißer Inschrift) mit der Nr. 9T310 und der zweite kleinere Zögling den Metallring 649V.
Nach 20 Minuten war die ganze Aktion mit Auf- und Abbau der Feuerwehrleiter beendet und das Team fuhr nach Haddenhausen und zum Schloss Schlüsselburg weiter. Zuvor hatten sie den Nachwuchs bei Rüter in Nordhemmern gekennzeichnet.

bisheriger Verlauf auf dem Horst Hille-Ort/Alte Brennerei:
der erste Storch traf am 15. Februar 2019 ein, der zweite gesellte sich am 2. März 2019 dazu, beide sind unberingt  im Februar erfolgte keine Nestaufbereitung, da es sich optisch in einem guten Zustand befand. Wegen starker Regenfälle bildeten sich Anfang März jedoch Pfützen im Nest. Durch von den Störchen eingebrachtes Material war das Nest ab 16. März wieder trocken zwischen dem 20. und 29. März wurden 5 Eier gelegt, aus denen bis zum 29. April 4 Küken schlüpften, von denen 2 überlebten und am 25. Mai geringt wurden.

Vortrag "Das Wetter am Wiehengebirge"

am Mittwoch, 11. März 2020 um 19:00 Uhr referiert Friedrich Föst im Museum "Alte Brennerei" in der Mindener Str. 71 in Hille. Der Lübbecker Meteorologe spricht über Wetterkapriolen am Wiehen. 

Preisskat

am Freitag, 13. März 2020 um 18:00 Uhr

Ort: Alte Brennerei, Mindener Str. 71

Anmeldungen bei R. Brunschütte unter Tel. 05703-1412

das Startgeld beträgt 10 Euro

auch Nicht-Mitglieder sind herzlich willkommen

Irlands Frauen - Lieder und Geschichten  


am Freitag, 20. März 2020 um 19:00 Uhr in der "Alten Brennerei", Mindener Str. 71 in Hille 

mit Andrea Gerecke, Silvia Bäunker und Achim Lakatsch

Der Schwerpunkt der musikalisch-literarischen Reise ist den Frauen der grünen Insel gewidmet. Es werden Lieder und Texte zu hören sein, in denen Frauen im Zentrum stehen, um so ein Bild der irischen Befindlichkeit aus im Wesentlichen weiblicher Perspektive zu malen. Für die Rezitation der literarischen Texte steht Achim Lakatsch die Hiller Autorin und Journalistin Andrea Gerecke zur Seite. Die beiden bieten mit dieser Veranstaltung ihren siebten irischen Abend seit 2013 an und werden den Zuschauern erneut interessante, teils heitere, teils melancholische Einblicke in verschiedenste Facetten irischen Lebens gewähren. Gesanglich begleitet wird der Sänger und Gitarrist Achim Lakatsch von der aus Hille stammenden Silvia Bäunker. Die drei Künstler freuen sich darauf, ihrem Publikum ein nicht alltägliches Programm zu präsentieren.  

Eintritt: 10 Euro

Vorverkauf bei R. Brunschütte unter Tel. 05703-1412

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