Spargel Winkelmann

22.04. 2021 (HH)

SPARGELZEIT -  DIE BESTE JAHRESZEIT

Startschuss für die Spargelernte 2021

Holzhausen II / Rahden. Endlich ist es wieder soweit, die Spargelsaison wurde eröffnet. Von April bis zum 24. Juni wird in Hille und Umgebung Spargel geerntet. Er braucht nicht aus Südeuropa oder gar aus Chile eingeflogen werden, sondern er wird fast vor unserer Haustür angebaut, geerntet und verkauft. In den vielen gelb – blauen Verkaufsständen, die hier in der Umgebung vom Spargelhof Winkelmann (Rahden) aufgestellt wurden und in den Hofläden in Hahlen und Tonnenheide wird erntefrischer Spargel verkauft. Lange Transportwege entfallen, hier zählen Frische und Qualität.

Verkaufsstand in Hille, Mindener Srtraße 80, Hier wird täglich erntefrischer Spargel angeboten.

 Das leckere Saisongemüse wird vom Spargelhof Winkelmann in Rahden, Nuttelner Str. 50 angebaut. Das HillerWebBlatt (HWB) sprach mit dem Inhaber Friedrich Winkelmann und dem Betriebsleiter Andreas Löbke (Spargelproduktion) und erfuhr einiges zur Familiengeschichte und zum Spargelanbau. Gemeinsam mit seinen Bruder Ernst-August führe er den Spargelhof in Rahden, wobei sein Bruder nach der Wende noch einen Spargelhof in Beelitz (Nähe Berlin) aufgebaut habe und betreibe. Der Spargelhof Winkelmann ist ein echter Familienbetrieb, denn Tochter und Sohn arbeiten auch schon im Betrieb mit, so Friedrich Winkelmann.

Nicht zu übersehen, das "Empfangs - Komitee" auf dem Spargelhof Winkelmann in Rahden - Tonnenheide

Es werden jedoch nicht nur Spargel, sondern auch Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren angebaut. Für die Erweiterung wurden etliche Ackerflächen zugepachtet. Am Stammsitzt in Tonnenheide wird auch das Restaurant „Die Spargeldiele“, eine Eisdiele und ein Biergarten unterhalten. Wenn die Corona-Pandemie es erlaubt, werden hier auch wieder Gäste empfangen.

Auf die Frage: „Wie sind sie auf den Spargelanbau gekommen, woher kam die Idee,“ gab Friedrich Winkelmann eine bemerkenswerte Antwort. Die Idee hatte etwas mit Liebe und Zuneigung zu tun. Als meine Eltern 1954 heirateten, gehörten zur Mitgift meiner Mutter auch Spargelpflanzen. Meine Mutter kam aus Oppenwehe und da war man damals schon mit dem Spargelanbau vertraut. Mit diesen Spargelpflanzen aus der Mitgift meiner Mutter fing alles an. Erst bepflanzte man kleine Flächen und mit den Jahren wurden die Anbauflächen groß und größer und haben sich bis heute zu diesem Unternehmen entwickelt.

Friedrich Winkelmann, Chef dieses großen Unternehmens, freut sich darauf, wenn er nach der Corona - Pandemie wieder Gäste im Restaurant "Spargeldiele" empfangen darf.

Spargel – und Beerenanbau sind arbeitsintensiv und erfordern viel Handarbeit. „Wie ist es um Erntehelfer bestellt?“ wurde vom HWB gefragt. Der Betriebsleiter führte aus, dass die Helfer aus Polen und Rumänien kommen und sich zu 90 Prozent Jahr für Jahr wieder einstellen. Das hat für die Helfer den Vorteil, dass sie Unterkunft, Arbeit und Mitarbeiter kennen und für uns hat es den Vorteil, dass sie eingearbeitet sind. Spargelstechen will gelernt sein. Es dürfen weder die Mutterpflanzen noch die Spargelstangen beschädigt werden. Wie es in diesem Jahr um die Arbeitskräfte bestellt sein wird, hängt auch von der Entwicklung der Corona – Pandemie ab.

 

"Ohne Fleiß  keinen Preis," das gilt auch in der Spargelernte vor Ort.

Kommentar (HH)

VOR- UND NACHTEILE ABWÄGEN

Spargelfelder gleichen einem Folienmeer

Am Wochenende begann auch in Holzhausen II die Spargelernte. Rund um Holzhausen wird vom Spargelhof Winkelmann aus Rahden-Tonnenheide das leckere Saisongemüse angebaut.

In einem Gespräch mit Andreas Löbke, Betriebsleiter der Spargelproduktion, der auch die Anbauflächen in Holzhausen genau kennt, war zu erfahren, dass hier 45 ha gepachtet und auf diesen Flächen noch bis vor wenigen Jahren Erdbeeren angebaut wurden. „Um die Bodenqualität zu erhalten, müssen Fruchtfolge und Düngung beachtet werden, denn nur auf gutem Böden gedeihen gute Früchte“, so der Betriebsleiter.

Spargelernte im Holzhauser Aulmoor  

Viele Holzhauser begrüßen es, dass Spargel hier vor Ort angebaut wird. So entfallen weite Transportwege und die Umwelt wird geschont. Aber einige Menschen stören sich an der Folie, mit denen die Spargeldämme kurz vor und während der Ernte abgedeckt werden.

Der Fachmann nannte die Vorteile, die der Folieneinsatz mit sich bringt:

 Damit können wir das wechselhafte Wetter und die Temperaturschwankungen im Frühling etwas ausgleichen. Dadurch nimmt der Stress für die Pflanze ab und die Pflanzen verholzen nicht mehr. Unter der Folie gedeiht der weiße Spargel besonders gut und gerade der Weiße wird von unseren Kunden bevorzugt. Unter der Folie wächst kaum Unkraut, folglich kommen keine Herbizide zum Einsatz und unter der Folie fällt auch die Verdunstung der Feuchtigkeit geringer aus. Die schwarz – weiß -Folie, die in der heutigen Zeit benutzt wird, ist stabil und kann bis zu zehnmal wieder eingesetzt werden, erklärte Andreas Löbke.

Blick auf das Spargellaub im Frühherbst.

Wie schon oben gesagt, Vor- und Nachteile abwägen!

Im Sommer bietet das grüne Laub der Pflanzen vielen Insekten und Bienen Lebensraum. Zum Herbst verfärbt sich das Spargellaub grün/ gelb und schafft interessante Farbspiele. Ich sehe darin einen Ausgleich zum Folienmeer kurz vor und während der Spargelernte.

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