Ökologische und konventionelle Landwirtschaft

Die wichtigsten Unterschiede:

  Biologische Landwirtschaft Konventionelle Landwirtschaft
Düngung Wirtschaftsdünger und Gründünger (Kunstdünger verboten) Wirtschaftsdünger, Gründünger und leichtlösliche Mineraldünger
Pflanzenschutz Anbau wenig anfälliger Sorten, Einsatz von Nützlingen (chemisch synthetische Mittel verboten), weite Fruchtfolgen Chemisch synthetische Mittel erlaubt
Tierhaltung Flächengebundener Viehbesatz, vorgeschriebener Auslauf, bei Rindern meist Weidehaltung Meist ganzjährig im Stall, kein vorgeschriebener Auslauf, Rinder teilweise auf der Weide
Fütterung Mindestens 95 % Biofutter, genverändertes Futter verboten Genverändertes Futter erlaubt
Medikamente Einzeltierbehandlung, keine vorbeugenden Medikamente erlaubt Vorbeugende Medikamente erlaubt

05.05.2021(Christoph Rösener)

Ökologische und konventionelle Landwirtschaft im Vergleich

Die deutsche Landwirtschaft wird größtenteils konventionell betrieben, wie eine Veröffentlichung des Umweltbundesamtes zeigt. Demnach machten Biobetriebe im Jahr 2015 nur 8,7% aller deutschen Agrarbetriebe aus. Im Jahre 2019 waren es allerdings bereits 12,9%

Ein Wegweiser auf dem weiträumigen Hof - Gelände

All diese Unterschiede sind möglicherweise auch ein Grund für die durchschnittlich höheren Erträge der konventionellen Betriebe. Ein Beispiel ist die Milchleistung von Kühen. Eine Kuh in konventioneller Haltung gibt nämlich im Schnitt8250 kg Milch pro Jahr, während die Milchleistung in Biobetrieben durchschnittlich bei 6.500 kg liegt (Stand 2019).

Umfragen zeigen immer wieder, dass Verbraucher großen Wert auf ökologisch erzeugte Produkte legen. Allerdings stimmen die Umfrageergebnisse in der Regel nicht mit der Realität überein. Zumindest zeigt sich der Wunsch nach Bioprodukten nicht im Kaufverhalten der Verbraucher. Tatsächlich besteht nur ein geringer Bedarf an Bioprodukten, den größten Umsatz erzielen nach wie vor Produkte aus konventioneller Landwirtschaft.

Ulrike und Friedrich Kinkelbur haben auf ihrem Hof auch einen Hofladen eingerichtet. Hier werden die Bioland - Produkte angeboten. Frische und Qualität sind gefragt, lange Transportwege entfallen.

Dass Bioprodukte wenig gekauft werden, dürfte vor allem an den deutlich höheren Preisen liegen. Denn deutsche Verbraucher achten beim Lebensmittelkauf vor allem auf möglichst billige Preise. Aus Verbrauchersicht ist der Biolandbau daher noch relativ unattraktiv.

Die ökologische Landwirtschaft hat einige Probleme, die in der konventionellen Landwirtschaft nicht auftreten. Das sind zum Beispiel Krankheiten und Schädlinge, die Tieren wie Pflanzen zusetzen und im Biolandbau nicht mit chemischen oder synthetischen Mitteln bekämpft werden dürfen.

Der zunehmende Konsum an Fleisch- und Milchprodukten sowie die Bevölkerungsexplosion auf der Erde steht dem Biolandbau zusätzlich im Weg. Mit ihren höheren Erträgen hat die konventionelle Form hier ganz klare Vorteile. Allerdings ließen sich durch geringeren Fleischkonsum in den westlichen Ländern die pflanzlichen Mindererträge mehr als ausgleichen.

Im Gegensatz dazu liegt der Biolandbau in Sachen Umwelt- und Tierschutz ganz klar vorn. Auch die konventionelle Landwirtschaft könnte von den umweltschonenden Prozessen profitieren, um sich langfristig zu erhalten.

Auf den ersten Blick gibt es keine großen Unterschiede zwischen einem Bioland -  Hof und einem konventionell  betriebenen Bauernhof. Aber in einem vertiefenden Gespräch mit dem Betriebsinhaber Friedrich Kinkelbur werden die Unterschiede in den Bereichen Tierhaltung und Ackerbau deutlich. 

Die Frage, was nun besser ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Jeder Betrieb muss diese Entscheidung für sich treffen und erst in Zukunft wird sich zeigen, wohin sich die Landwirtschaft entwickelt.

Quelle: www.feldundstall.de

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